Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem bisher unpublizierten Silberfund vom Schwarzem Meer. Knapp 800 Münzen und noch einmal etwa 100 sonstige Silberobjekte geben ein Bild vom Silberumlauf im westen des Achaimenidenreiches gegen Ende des 5. Jh.s.v. Chr.
Neben mehreren unveröffentlichten Typen, unter anderem von Tarsos, bilden die 593 enthaltenen Adlerkopfdrachmen der griechischen Kolonie Sinope die gröbste Gruppe dieser Münzen; sie erlauben erstmals die Erstellung einer gesicherten Relativchronologie durch eine Stempelanalyse.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Fundes sind die darin enthaltenen Gruppen von Barren und Spiralringen, welche in den Kern und den Osten des Achaimenidenreiches weisen. Die gestaffelten Gewichte dieser Objekte und die bei den Ringen erkennbaren Zusammenhänge zwischen Gewicht und äußerem Erscheinungsbild lassen den Schluss zu, dass es sich um Objekte mit Geldfunktion handelt.
Aufgrund eines Vergleichs der in der antiken Literatur beschriebenen Gabenkultur der Achaimeniden mit Erkenntnissen der Anthropologie wird hier die These Aufgestellt, dass das scheinbare Desinteresse der Achaimeniden an einer einheitlichen Währung in einer Auffassung des Austausches begründet liegt, welche unsre heutige Auffassung und auch der der Griechen des 5. Jh.s.v. Chr. Entgegenläuft.
Ein Silberschatz vom Schwarzen Meer. Beobachtungen zum Geldumlauf im Achaimenidenreich
Pfisterer M.
Cahiers de Studia Iranica 22, 2000.